Pädagogisches Konzept

Die ersten 3 Jahre sind von großer Bedeutung für die Entwicklung des Kindes. In dieser Zeit entstehen die Basiskompetenzen, wie soziale Kompetenz, sprachliche Kompetenz, Kreativität und Musikalität, die das Kind einerseits hat, die andererseits auch gefördert werden müssen. Hier werden die Grundlagen für ein „lebenslanges Lernen“ in der frühkindlichen Bildung gelegt.

Die soziale Einstellung, die Lernbereitschaft und die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit hängen von den ersten Erfahrungen des Kindes ab. Unsere Kinderkrippe bietet somit eine wesentliche Ergänzung zur Familienerziehung.

 1. Das Umfeld als Impulsgeber

Die Kinder sollen ihr Umfeld erspielen, erfahren, erleben und erlernen. Die Umgebung ist somit ihr Lernfeld, welches ihnen stets neue Impulse gibt und die Basis für die bestmögliche Person-in-Umwelt-Entwicklung darstellt.

Klar strukturierte und einfache, leicht verständliche Abläufe geben den Kindern die Sicherheit, mit der sie ihre individuelle Persönlichkeit nach ihren Möglichkeiten (rollen, robben, krabbeln, laufen, rennen ...) voll entfalten können.

 2. Gruppenstruktur

Die Gruppen sind bzgl. des Alters gemischt, damit die Jüngeren von den Älteren lernen und umgekehrt. So soll Sensibilität erzeugt werden für die Bedürfnisse der Kinder verschiedener Altersgruppen.

Neben den vielfältigen Aktivitäten in den Gruppen werden auch Rückzugsmöglichkeiten angeboten.

 3. Pädagogische Frühförderung

Unsere Aufgabe besteht darin, die Kinder zu beobachten, um sie gemäß ihrem Entwicklungsstand in entsprechender Weise fördern zu können. Wenn nötig, helfen wir den Kindern bei Entscheidungsprozessen und Konfliktsituationen. Wir greifen Erfahrungen der Kinder aus dem Alltag auf und versuchen diese mit speziellen Angeboten und Einzelaktivitäten aufzuarbeiten und zu bewältigen. Während des ganzen Tagesablaufes wird das Kind motiviert über seine Fähigkeiten über seine Grenzen hinaus, Interessen und Neigungen zu entfalten.

 Schwerpunkte der Frühförderung

  • Sprachförderung
    Für die Altersgruppe von 1,5 – 3 Jahren gilt, dass die Sprachentwicklung die Kinder besonders aufnahmefähig für alle Sprachen macht. Durch den Stuhlkreis, beim Betrachten von Bilderbüchern mit den Erzieher/innen, beim Singen und bei der Kommunikation der Kinder untereinander wird die Sprachentwicklung der Kinder durch die Erzieher/innen beobachtet und gefördert.
  • Bewegungsförderung
    Die Bewegungsentwicklung der Grob- und Feinmotorik wird im Mehrzweckraum aber auch vor allem draußen in unserem großen Außengelände mit Spiel- und Bewegungsangeboten für alle Altersgruppen gefördert und von den Erzieher/innen beobachtet.
  • Kreativität
    Unseren Kindern stehen verschiedene Materialien und altersgemäße Bastelaktionen/-angebote zur Verfügung, die sie freiwillig nutzen können. In die selbständige Arbeit der Kinder wird nicht eingegriffen, diese wird anerkannt und nicht verändert. Da kann ein Elefant schon einmal rosa Flügel bekommen und ein Kirschbaum zum Weihnachtsbaum werden.
  • Musikalische Früherziehung
    Die Erzieher/innen gehen mit einfachen Musikinstrumenten, wie Rasseln, Trommeln etc, auf die älteren Kinder als Angebot zu und singen mit Ihnen Lieder. Bei intensiverem Bedarf der musikalischen Früherziehung wird eine Kooperation mit der Musikschule angestrebt.
  • Persönlichkeitsentwicklung
    Im freien Spiel entwickeln die Kinder ihre Persönlichkeit am besten. Die Erzieher/innen begleiten das Freispiel, greifen jedoch nur unterstützend ein, wenn Problemstellungen nicht allein bewältigt werden können.
  • Projektarbeit
    Bestimmte Themen werden im Rahmen von Projekten intensiv behandelt. Dies können ganz unterschiedliche Bereiche sein, wie z.B. ein "Waldtag" oder das Vorstellen einer anderen Nation, ein Thema der Umwelt, wie z.B. "Wasser" oder ein Thema wie "Zirkus", "Zoo" oder das "Sommerfest" der Krabbelkäfer. Projektthemen werden anhand von Büchern, Besuchen vor Ort und Bastel- und Malaktionen behandelt. Die Eltern haben einen großen Anteil an der Verwirklichung von Projekten und sind dazu aufgerufen sich gemäß ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten entsprechend zu engagieren. Feste, Ausflüge und Aktionen werden im Rahmen von Projekten geplant und realisiert. Sie fördern Spaß, Freude, Gemeinschaft, soziales Verhalten und Tradition.
  • Gruppendynamik
    Täglich sitzt die Gruppe im Stuhlkreis zusammen. Wichtig ist uns hier ein Mit- und Füreinander, die Kinder können ihre Gedanken, Sorgen, Nöte oder Ideen der Gruppe mitteilen. Der Kreis bedeutet etwas „Ganzes“ zu erleben, jedes Kind kann Anfang oder Ende sein, Gemeinsamkeit wird geprägt. Der Stuhlkreis wird von der Erzieherin gelenkt und geleitet. Verschiedene Rituale der Gruppe fließen hier ein, die auch durch die Kinder geprägt werden, wie z.B. ein Anfangs- oder Abschlusslied. Es wird Aktuelles aufgegriffen und Raum für die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder gegeben, die sie der Gruppe mitteilen möchten.
  • Soziale Kompetenzen:
    • Selbstbewusstsein:
      Unsere Kinder dürfen Erfahrungen selbst machen um dadurch in ihrer Person selbstbewusst und stark zu werden.
    • Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit:
      Lernen miteinander Kontakt aufzunehmen, zu spielen und zu teilen.
    • Konfliktfähigkeit:
      Konflikte erleben und austragen lernen.
    • Toleranz:
      „Ich bin ich, du bist du und wir alle sind eine Gruppe“.
    • Selbständigkeit:
      Lernen sich selbst zu beschäftigen und kleine Aufträge allein auszuführen, z.B. den Tisch zu decken.
    • Gruppendynamik:
      Lernen miteinander zu spielen, zu singen, zu essen etc. Der tägliche Stuhlkreis hat hier eine große Bedeutung.

 4. Rituale & Regeln

Rituale geben den Kindern Sicherheit, die sie stärkt und sie ihre Fähigkeiten besser entfalten lässt:Geregelter Tagesablauf

  • Lieder zu bestimmten Anlässen (z. B. Begrüßungslied, Tischlied vor den Mahlzeiten, Geburtstagslied)
  • Gemeinsame Mahlzeiten (Frühstück, Mittagsessen, Nachmittagssnack)
  • Körperpflege (Windeln wechseln, Hände waschen vor den Mahlzeiten, Zähneputzen nach den Mahlzeiten)
  • Lernen einander nichts wegzunehmen
  • Lernen einander nicht weh zu tun
  • Versuchen sich gegenseitig zu helfen
  • Gemeinsam zu essen (gemeinsam anzufangen und zu warten bis alle fertig sind)

 5. Zusammenarbeit mit den Eltern

Der Kontakt und die Zusammenarbeit mit den Eltern ist ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Arbeit und des pädagogischen Konzepts. Das Betreuungsteam wird kontinuierlich einen guten und offenen Austausch mit den Eltern fördern, um den Bedürfnisse der Eltern und der Krabbelkäfer-Kinder gerecht zu werden. Regelmäßige Elternabende eröffnen - neben dem Informationsaustausch - die Gelegenheit, sich auch mit anderen Eltern in der Gruppe auszutauschen.

 6. Forderungen eines Kindes an seine Eltern und Erzieher/innen

  1. Verwöhne mich nicht! Ich weiß genau, dass ich nicht alles bekommen kann – ich will Dich nur auf die Probe stellen.
  2. Sei nicht ängstlich im Umgang mit mir standhaft zu bleiben! Mir ist Haltung wichtig, weil ich mich dann sicher fühle.
  3. Weise mich nicht im Beisein anderer zurecht, wenn es sich vermeiden lässt! Ich werde deinen Worten mehr Bedeutung schenken, wenn du zu mir leise und unter vier Augen sprichst.
  4. Sei nicht fassungslos, wenn ich zu Dir sage: „Ich hasse dich!“ Ich hasse nicht Dich, sondern Deine Macht, meine Pläne zu durchkreuzen.
  5. Bewahre mich nicht vor den Folgen meines Tuns! Ich muss auch peinliche und schmerzhafte Erfahrungen machen, um innerlich zu reifen.
  6. Meckere nicht ständig! Ansonsten schütze ich mich dadurch, dass ich mich taub stelle.
  7. Mache keine vorschnellen Versprechungen! Wenn du dich nicht an deine Versprechungen hältst, fühle ich mich schrecklich im Stich gelassen.
  8. Sei nicht inkonsequent! Das macht mich unsicher und ich verliere mein Vertrauen zu dir.
  9. Unterbrich mich nicht und höre mir zu, wenn ich Fragen stelle! Sonst wende ich mich an andere, um dort meine Informationen zu bekommen.
  10. Lache nicht über meine Ängste! Sie sind erschreckend echt, aber du kannst mir helfen, wenn du versuchst mich ernst zu nehmen.
  11. Denke nicht, dass es unter deiner Würde sei, sich bei mir zu entschuldigen! Ehrliche Entschuldigungen erwecken bei mir ein Gefühl von Zuneigung und Verständnis.
  12. Versuche nicht, so zu tun, als wärst du perfekt oder unfehlbar! Der Schock ist groß, wenn ich herausfinde, dass du es doch nicht bist.

krabbelkaefer spruch2